Steffi Nerius


Die Speerwurfweltmeisterin und Sportlerin des Jahres 2009 unterstützte "Ringen gegen den Schlag!" am 20.06.2010 in Karlstein am Main.

Dem Mitarbeiter des Main Echos Aschaffenburg Christian Wölfelschneider stand sie Rede und Antwort.

Ringen und Speerwerfen sind ja eher zwei verschiedene Paar Schuhe. Wie ist es dazu gekommen, dass Sie an der heutigen Veranstaltung teilnehmen?
Das lag hauptsächlich an dem Kontakt, den ich mit Alexander Leipold habe. Alex wurde im Jahr 2003 von den deutschen Medaillengewinnern bei Welt-, Europameisterschaften und Olympischen Spielen zum Champion des Jahres gewählt. Ich nehme an diesem Event seit 2002 regelmäßig teil und dort haben wir uns vor circa sechs Jahren kennengelernt. Als Alex mich darum bat, heute dabei zu sein, sagte ich natürlich nicht „nein“.

Die Gelder des Turniers gehen zugunsten der Deutschen Schlaganfallhilfe. War dies auch ein Grund für Ihre heutige Anwesenheit?
Natürlich. Ich bin selbst Trainerin bei Bayer Leverkusen im Rehabilitations- und Behindertensport. Dort habe ich mit einigen Athleten zu tun, die auf Grund eines Schlaganfalls unter spastischen Lähmungen sowie anderen Folgesymptomen leiden. Daher ist die Problematik für mich durchaus präsent.

Wie fanden Sie die Kämpfe, die Sie bisher gesehen haben?
Die bisherigen Kämpfe waren sehr interessant. Mich fasziniert die Athletik, die Reaktionsschnelligkeit und die Beweglichkeit der Ringer. Die Sportler müssen sich innerhalb von Millisekunden entscheiden.

Sie scheinen sehr angetan vom Ringen zu sein. Haben Sie in der Vergangenheit bereits Kämpfe verfolgt?
Ich gebe zu, bis heute noch bei keinem Kampf vor Ort gewesen zu sein. Aber während den Olympischen Spielen verfolgt man natürlich auch andere Sportarten und da habe ich schon den einen oder anderen Kampf im Fernsehen gesehen.

Sehen Sie Elemente beim Ringen, die in der Leichtathletik hilfreich wären?
Eigentlich eher weniger, da Ringen ein Kraftsport ist. Aber mir gefällt, dass beim Ringen, sowie bei Kampfsportarten generell, Werte wie Disziplin und Respekt einen hohen Stellenwert haben. Zu Beginn eines Kampfes begrüßen sich die Athleten und nach dem Duell werden der Gegner, die gegnerischen Trainer sowie der Schiedsrichter abgeklatscht. Diese Beziehung gibt es so in der Leichtathletik nicht.

Wie sehen Ihre Pläne und Ziele für die Zukunft aus?
Wie vorhin erwähnt, bin ich Leichtathletik-Trainerin im Bereich Behindertensport. Hier sehe ich auch bis mindestens 2016 meine Zukunft. Deshalb gilt es für mich momentan meine Sportler auf die Olympischen Spiele 2012 in London und dann 2016 in Rio de Janeiro vorzubereiten. Es ist eine große Herausforderung für mich, nach meinem Karriereende auf der anderen Seite zu stehen. Das macht mir aktuell großen Spaß und es spornt mich an, meine Athleten zu Bestleistungen an den Saisonhöhepunkten zu bringen. Doch man weiß nie, was die Zukunft bringt. Ich bin ganz ehrlich, bis 65 will ich nicht in der Halle stehen.